Ostseetörn der „Luise“ - Viel Sonne und fast immer Wind von vorn

Geschrieben von Ingo Löbbert am .

foto02 20180520 1487372093Am 11.5. brachen 7 Segler des SCH für eine Woche zum gemeinsamen Ostseetörn auf, drei davon waren wir (Skipper Rolf Stöttelder, Frank Middelhove und ich) auf der „Luise“, einer First 36.7 von Beneteau. Ein Bericht unserer vier Begleiter von der „Elise“ folgt in Kürze.

Foto01Also bestiegen wir an besagtem Freitagabend unseren Dampfer im Baltic-Bay-Hafen von Laboe. Da für die Mehrheit der Teilnehmer das zunächst angepeilte Reiseziel Rügen sein sollte ging es -trotz Ostwind- gen Osten, wo wir abends im Hafen der Martin-Werft auf Fehmarn festmachten. Dieser erste Segeltag sollte aber noch Folgen haben. Zum einen nahmen wir an diesem Tag einen von meinem Sohn zum vorherigen Vatertag selbstgebackenen Kuchen zu uns, der wohl nach Rezept eine „Kalte Schnauze“, d.h. ein Kekskuchen mit dünner Schokolade sein sollte. Allerdings gingen entweder die Kekse aus oder Colin meinte es hinsichtlich Schokolade besonders gut mit uns, jedenfalls gab es hier eine einhellige Meinung, die von Frank sehr treffend auf den Punkt gebracht wurde: „Der einzig mir bekannte Stoff mit mehr Energiedichte ist Plutonium!“ - Da hatte er sicher Recht, dennoch war die Substanz lecker!

Foto10Dass wir an diesem Abend noch das plutoniumähnliche Gebäck im Magen verdünnen wollten ist sicher jedem schnell ersichtlich. Allerdings führte dies bei uns Dreien zu einer Kompaktzunahme von Bier als Anleger, danach Williams-Christ-Birnenschnaps, gefolgt von Rotwein aus dem 3-Liter-Kanister und zur Abrundung noch Ouzo.

Dass dies am nächsten Tag nach nur 5 Stunden Schlaf (der Abend war ja lang) nicht ohne Wirkung blieb versteht sich von selbst, allerdings rechneten wir nicht mit Windstärke 4-5 Beaufort aus Osten und einer unangenehmen Wellenhöhe. So klappten weder unsere Manöver geschmeidig noch ging es irgendeinem wirklich gut. Während alle mit ihrem Kater, Schlafmangel und unangenehmem Magenzustand zu kämpfen hatten, musste aber zum Glück diesmal nur Rolf substanziell an der Lee-Reling „einchecken“, so dass wir insgesamt auf dem Schiff handlungsfähig blieben und abends schon wieder Franks Nudeln mit Bolognese im „Alter Hafen“ unseres Etappenziels Warnemünde zu uns nehmen konnten.

Foto08Da wir vom Kreuzen gegen den Ostwind nun genug hatten wurde als neues Ziel Dänemark in nördlicher Richtung ausgegeben, so dass es nach Hesnaes ging – allerdings hatte der Wind leider Richtung Nord-Ost gedreht, so dass auch hier ein schöner Halbwindkurs nicht wirklich möglich war und es doch wieder größtenteils ein Amwindkurs wurde. Das „Eindutzendhäuserdorf“ Hesnaes hat zwar einen sehr kleinen und spartanischen Hafen, dafür war dieser aber bei unserem Besuch gerade nur von insgesamt 3 Yachten (inkl. Elise und Luise) besucht und wirkte entsprechend verschlafen – SUPER!

Es folge die linksdrehende Umrundung von Lolland mit Hafenübernachtungen in Karrebaecksminde und Spodsbjerg auf Langeland. Ist es hier notwendig zu erwähnen, dass der Wind ebenfalls relativ zeitsynchron mit unserem Kurs über Nord auf West drehte?

Nach 290 Seemeilen gaben wir schließlich nach einer schönen Woche am 18. Mai die First wieder in Laboe zurück.

Das Wetter war jeden Tag sonnig und wir hatten bis auf einen kurzen „Durchhänger“ regelmäßig prima Wind. Abschließend bleibt noch ein herzlicher Dank an die Wind-Apps zu erwähnen, deren Vorhersagen eher nicht zutrafen, denn freiwillig einen fast ausschließlichen Am-Wind-Törn hatten wir nicht unbedingt vorgesehen.

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