Bericht zur Krupp Regatta - Kielzugvogel

Geschrieben von Oliver Babik am .

Am 12.6.21 ging es für drei Boote mit Besatzung aus dem SCH auf den Weg zu Baldeneysee. Der ETUF hatte zur alljährigen Krupp Regatta geladen. 6 verschiedene Bootsklassen sind an den Start gegangen, wodurch ungefähr 100 Boote auf dem Wasser waren. Der SCH steuerte zu diesen 100 Booten drei Meldungen für die Kielzugvögel bei: Jörg und Anna Friedlein, Oliver Babik und Katja Brüning auf der Next Generation sowie Daniel Scheer und Julian Schmid auf ELODEA. Außerdem ist noch Jacob Niewiarra als Vorschoter dabei gewesen.  

Bei dem letzten Bootsnamen, kann man sich bereits denken, was die erste Hürde war: Einen Kranmeister zu finden, der ELODEA in den Baldeneysee krant. Nachdem aber auch dieses Boot am Samstag morgen seinen Weg in das Wasser gefunden hatte, konnte die Regatta losgehen.

Durch das große Teilnehmerfeld waren die Boote in zwei Gruppen aufgeteilt, die KZV starteten als erste Klasse der zweiten Gruppe und konnten sich somit die ersten Läufe anschauen und sich auf den Wind einstellen. Sich an diesem Tag auf den Wind einzustellen war jedoch keine leichte Aufgabe, in einen Moment sah es aus, als würde man mit 2-3 Bft. über den Kurs fahren, doch als dann der Start näher kam, ging die Windstärke enorm hoch. Mit starkem Wind und heftigen Böen kam dann auch das Ankündigungssignal: Es ging los. Die letzten Vorsegel wurden gesetzt, Trimms korrigiert und weitere Vorbereitungen getroffen, bis dann beim 5 Minuten Signal alle Vorschoter ihre Finger auf dem Timer hatten. Von da an war es nur noch ein Meer aus knallenden Segeln von wendenden Schiffen und ein Kampf um das beste Timing an der Startlinie. Das mit dem Timing schien nach der Winterpause noch nicht bei allen geklappt zu haben. Ein freier Start mit guten Timing,  gelang den beiden Steuermännern Daniel und Jörg hervorragend, auch durch eine der stärksten Böen des Tages. Beide Boote kamen unbeschadet durch, während weiter hinten sogar ein KZV kenterte. Von da an lief das Rennen nur noch zwischen Daniel und Jörg, von denen man meinen konnte, sie hätten gänzlich anderen Wind, da sie einen guten Vorsprung vor dem Rest der Segler erreichen konnten. An der ersten Luvtonne führte Daniel mit gut 3 Bootslängen vor Jörg. Auf dem Downwind zahlte sich dann die Jahrelange Erfahrung von Jörg aus, der den nötigen Wind fand um sich knapp vor den Kielzugvogel von Daniel und Julian zu setzen. Die nächste Kreuz war erneut geprägt von heftigen Drehern und lokalen Böen, doch keines der Boote fand besseren Wind als das andere und somit blieb es auch für den letzten Downwind des Rennens bei der Reihenfolge. Doch wo waren die anderen Boote? Weit weg, eine halbe Kreuz entfernt lautete die Antwort darauf und somit blieb es bei dem Duell der zwei Boote, die sich jedoch gegenseitig Platz ließen. Auf der Zielkreuz sah es dann bei so manchem Dreher nochmal knapp aus, doch am Ende war das Ergebnis klar: Jörg und Anna Friedlein waren zuerst im Ziel, gefolgt von Daniel Scheer und Julian Schmid. Oliver und Katja schafften es auf den fünften Platz, was sie somit noch im ersten Drittel platzierte.

Nach dieser Windreichen Wettfahrt hieß es dann: Vorsegel runter und wieder zurück zum Start. Auch vorm nächsten Start war wieder ein vermeintlicher leichter Windeinbruch, doch punktuell zum Start der Kielzugvögel kam der Wind in voller Stärke wieder. Diesmal waren auch die anderen Boote aus der Winterpause zurückgekehrt und somit gab es einen engen und sehr ausgeglichenen Start, diesmal mit allen drei Booten des SCHs. Wenden mussten jetzt sitzen, schnell und zum Teil auch überraschend gefahren werden um noch unter den anderen Booten durch zu kommen und geleichzeitig fuhr man noch um das Feld der O-Jollen herum, welche einige Segler hatten, die das mit dem Abstand halten von Corona wohl noch etwas zu sehr verinnerlicht hatten und deshalb das ein oder andere mal nach Raum riefen, wo noch ganze drei O-Jollen zwischen gepasst hätten. Doch auch von durch dieses Hindernis kamen alle unbeschadet durch und so wurde nach einem Ereignislosen Downwinds die Zielkreuz in dieser, um eine Runde kürzeren Wettfahrt, wieder entscheidend. Alle drei SCH Boote mit dabei und alle fuhren sie am Limit. Erneute Dreher und Zieher von bis zu 20° machten die Positionen wieder nicht eindeutig und so wusste man erst im Ziel, wer den jetzt tatsächlich vorne war: Und es waren wieder Jörg und Anna, diesmal allerdings gefolgt von Oliver und Katja während sich Daniel und Julian nach einem knappen Duell mit dem KZV aus Pulheim mit einem guten vierten Platz geschlagen geben mussten.

Nachdem diese Wettfahrt mit nur einer Runde etwas schneller um war, gab es vor der dritten Wettfahrt noch Zeit anzulegen, Fachzusimpeln und sich kurz auszuruhen, doch auch das wehrte nicht ewig und so ging es bald wieder auf den See, auf dem der Wind leicht abgenommen hatte, doch immer noch ab und an stark rüberzog. Beim dritten Start hatten alle des SCHs dasselbe Ziel: möglichst nahe am Startschiff starten, weshalb sie sich dann auch dort trafen: Jörg voraus, während Oliver und Daniel sich Raum geben musste. Kurz nach dem Start ist Jacob rückwärts aus dem Boot gefallen, konnte sich allerdings noch festhalten und wieder raufziehen. Damit wollte er sich wohl die Anwartschaft auf den Titel des Bademeisters im SCH sichern. Dies verschaffte Jörg im dem Fall einen Vorsprung, da er zu dem Zeitpunkt gleich auf war mit der Mannschaft um Jacob herum. Nach diesem Start, ging auch die dritte Wettfahrt auf den Weg: Jörg voraus, während auch der Rest der Flotte jetzt mit den drei SCH Booten mithalten konnte. Diesmal gab es wieder zwei Runden, doch keines der vordern Boote konnte sich klar absetzten und so dauerte es bis zum  zweiten Mal an der  Luvtonne bis sich ein Abstand zwischen den Booten eingestellt hatte. Der Abstand war jedoch nicht überall groß genug und so kam es bei der zweiten Luvtonne zu einer leichten Kollision zwischen Jörg und Daniel, die jedoch keinen Schaden hinterließ und daher nur Daniel dazu bewegte zweimal zu kringeln. Nach diesen beiden Drehungen schien jedoch der Wind dem Boot gut gesonnen und während Jörg zusammen mit 4 weiteren Booten sich kaum vorwärts bewegte, flog das Boot von Daniel und Julian in einiger Entfernung vorbei und sah sich somit an dritter Position am letzten Lee Gate. Auch Oliver hatte diesen guten Wind erwischt und war somit noch vor ELODEA durchs Gate. Auf einer Zielkreuz die so hart umkämpft war wie noch keine an dem Tag kam es dann zu Strategischen Scharmützeln zwischen ELODEA und zwei weiteren KZV, bei sich der Hattinger Kieler leider nicht mehr von der Deckung erholen konnte und nach einem missglücktem, riskantem Manöver kurz vorm Ziel erneut kringelte, sich dann jedoch in dritter Position ins Ziel rettete, bevor auf dem vierten Platz Oliver und Katja ins Ziel kamen und auch Jörg und Anna sich von dem Windloch erholt hatten und auf Platz fünf ins Ziel kamen.

Danach war der erste Tag erfolgreich geschafft und auch die Segler waren geschafft. Durch den kurzen Weg nach Hattingen vom Baldeneysee fuhren auch alle wieder zurück, so mancher jedoch erst nach einem leckeren Reibekuchen die vom ETUF bereitgestellt wurden.

Am nächsten Tag waren zwei weitere Wettfahrten angesetzt, doch die Windsituation war unklar: Angesagt war wenig Wind, jedoch aus Nord, was am Baldeneysee über den Berg bedeutet und eher weniger fürs Segeln geeignet ist. Vor Ort gab es wenig Wind aus wechselnden Windrichtungen, welches genauso ungeeignet ist fürs Segeln. So sah das auch der Wettfahrtleiter, der eine Startverschiebung beschlossen hatte, was aber die Laune von zum Beispiel den jüngeren 420er Seglern der anderen Vereine nicht minderte, den bei Sonne und guter Musik sahen diese trotzt verschobener Regatta glücklich aus. Die andern Boote waren zwar mehr von der Ungewissheit geplagt, doch bei dem wechselnden wenigen Wind, der zuteil riesige Windlöcher aufriss, die teilweise Minuten Lang überhaupt keinen Wind brachten konnte jeder die Verschiebung verstehen und so wartete man ab, bei diesem Wetter war dies ja schließlich gut verträglich. Zwei Stunden nach dem geplanten Start war es dann entschieden: Keine weiteren Wettfahrten. Jetzt ging es also nur noch darum auszukranen und Boote wegzubringen, doch auch das funktionierte reibungslos, nicht zuletzt da jeder am Baldeneysee froh darüber war ELODEA wieder aus dem Wasser zu haben.

Nach diesem Ereignisreichen Wochenende können die Segler des SCHs stolz auf sich sein. Mit den zwei ersten Plätzen sicherten sich Anna und Jörg Platz 1 in der Gesamtwertung, gefolgt von Daniel und Julian, die sich mit konstanten guten Wettfahrt Ergebnissen Platz 2 sicherten. Vervollständigt haben das ganze dann noch Oliver und Katja, die sich mit ihren Ergebnissen den 3. Platz sicherten. Jacob ist auf Platz 6 gelandet. Somit waren die ersten drei Plätze der Kielzuvögel an diesem Wochenende klar in der Hand der Hattinger, die mit diesem guten Ergebnis stark in die Saison gestartet sind.

Julian und Anna

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