In einem Rutsch von Vlieland nach Cuxhafen...

Geschrieben von Dietrich Werner am .

Überführungstörn mit der ‚Gatica‘ von Schokkerhaven nach Rendsburg
vom 25.05. – 29.05.22

An Bord: Jörg Friedlein, Jan Friedlein, Günter Krause, Dietrich Werner

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Ankunft und Einladen abends, ca. 21.30h in Schokkerhaven.
Am 26.05. morgens Abfahrt bei Westwind 4 – zuerst gegenan bis zur Ketelbrug.
Durchfahrt ca. 12.30h.
Auffrischender Wind West bis Südwest, 25-30kn.

In Stavoren tanken, Matjes kaufen (und genießen). Ich allein 4 Stück….
Weiterfahrt bis Kornverderzand – schleusen und ins Fahrwasser bis Harlingen unter Groß mit 2 Reffs und Selbstwendefock..
Wind bis 33kn.
Für’s Fahrwasser Pollendam vor Harlingen war es wegen der Gezeitenlage noch zu früh, der Strom sollte erst in 2 Std. mitlaufen.
Nach einem Versuch, wieder zurück nach Harlingen – kurzer Aufenthalt –
2. Versuch.
Auslaufen ins Fahrwasser Pollendam, Groß mit 2 Reffs und Maschine.

Nach dem Pollendam-Fahrwasser knickt das ‚Blauwe Slenk‘ erst nach Norden ab – gut segelbar für ca. 2 sm – ab dann aber genau nach Westen, ca. 3 sm.
Dauerte etwas mehr als 1 Std., bis wir durch das Pannengat in den Vliestrom immer mehr Richtung Norden abfallen konnten.
In Lee an der Sandbank Richel vorbei in den Stortemelk kreuzten wir leewärts von Vlieland auf das Fahrwasser Ostvlieland zu und schließlich, als es nur noch gegenan ging (Wind und Strom) unter Maschine in den Hafen Ostvlieland.
Man musste deutlich vorhalten, um bei dem bestehenden Strom, quer zur Hafeneinfahrt, in den Hafen zu manövrieren.

Bis in den Hafen Ostvlieland hatten wir Windstärken zwischen 25 und 33 kn aus West. Im Hafen war es natürlich handiger.

Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, sind wir von der Ostspitze Vlielands zur Nordküste gelaufen, um uns die Situation der Ausfahrt in die Nordsee von den Dünen aus anzuschauen.
An der Kimm war die Brandung an den Bänken vor Terschelling zu beobachten, die ein gutes Stück von Vlieland abdecken.
Nach dem Gezeitenkalender wollten wir mit dem letzten ablaufenden Wasser ca. Mittag los und gegen den unverändert starken Westwind ankreuzen, bis wir an den Gronden van Stortemelk und den Westergronden vorbei wären, wo wir nach Norden und schließlich nach Westen abfallen könnten.
Und so wurde es auch gemacht.

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Nach 3 Std. Gegenan-Quälerei konnten wir endlich abfallen und unter 2-fach gerefftem Groß und 1/3 ausgerollter Fock zwischen 8 und 9 kn segeln.
Die Spitzengeschwindigkeit erreichte Jörg nachts mit 17,4kn im Surf die etwa 3-4m hohen Wellen hinab.
So brachten wir in einem Rutsch einen Teil von Vlieland – Terschelling-Ameland-Rottum-Borkum-Juist-Norderney-Baltrum-Langeoog-Spiekeroog-Wangerooge-die Sände vor Jade und Weser, sowie Scharhörn an der Elbeeinfahrt und die Elbe bis Cuxhaven hinter uns.
Der meiste Wind blies nachts, während Jörg steuerte, mit über 45kn.

In Cuxhaven liefen wir in ein Werkshafenbecken ein, um die Segel zu bergen und sind dann weiter unter Maschine um die Ecke in einen kleinen Yachthafen.
Warm werden und Ausruhen waren angesagt!
Mittags musterte Günter wegen privater Verpflichtungen ab und wir übrigen 3 fuhren die Elbe aufwärts nach Brunsbüttel weiter.
Der Wind blies immer noch aus West zwischen 35-40kn.

Samstagabend bei Brunsbüttel wehte schließlich nur noch ein laues Lüftchen.
30 Minuten Warten vor der kleinen Schleuse, durch und hinter der Schleuse im Yachthafen festgemacht.
Abendbrot – Ausruhen!

Am letzten Morgen 08.00h ausgelaufen, den Kanal entlang unter Maschine, kaum Wind.
An einem kleinen Nebenkanal, an einer weiteren Schleuse, trafen wir uns mit netten Bekannten von Jörg.
Trotzdem ging’s weiter bis Rendsburg und nach ausgiebigem Klarieren sind wir noch zum Grillen bei Jörgs Bekannten eingeladen gewesen.
Ein sehr nettes Zusammentreffen.

Schließlich traten wir die Rückfahrt nach Bochum mit der Deutschen Bahn an – die uns noch einige unangekündigte Fahrplanänderungen erleben ließ.
Auch ein Abenteuer…

Letztendlich Ankunft in Bochum um 00.04h, wo wir von Andrea abgeholt wurden.
Herzlichen Dank!

Ein aufregender Törn, der mit sehr gut gefallen hat.

Dietrich Werner

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