Midsummersail 2022

Geschrieben von Jörg Friedlein am .

Midsummersail 2022

 

Die Eckdaten des Midsummersail: eine Regatta, bei der man vom südlichsten Punkt der Ostsee zum nördlichsten Punkt der Ostsee segelt. Die kürzeste Entfernung beträgt etwa 900 Seemeilen (ca. 1670km).
Der Start war in Wismar (Deutschland) zwischen der Seebrücke und dem gegenüberliegenden Pfahl. Von einer alten Kogge wird das Startsignal mit einem Kanonenschuss gegeben. Das Ziel ist die nördlichste Tonne der Ostsee in Töre (Schweden), bei der das Tonnenfoto obligatorisch ist. Das ist etwa 70 km vom Polarkreis entfernt.Die Gatica war mit 3 Personen besetzt:

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Jörg, Mirco und Jan Beyer vom Yachtclub Mittelrhein.

Wir sind mit einem sehr guten Start über die Linie gegangen, auf Grund unserer Bootsgröße wurden wir von einigen Booten unserer Startgruppe nach ein paar Stunden eingeholt. Nach der Startkreuz, um aus der Wismarer Bucht herauszukommen, ging das erste Mal der Spi hoch. Den haben wir fast die ganzen 6 Tage oben gelassen. nur bei Wind über 22kn oder bei drehenden Winden in einigen Flauten haben wir ihn bergen müssen. Nach einigen Tagen mussten wir auch die Spischoten kürzen, da sie anfingen am Spibaumbeschlag durchzuscheuern.

Ein Windpark im Bau machte uns auf dem ersten Raumwindkurs ein Strich durch unsere Kursplanung, vor Rügen mussten wir den nicht in der Karte angegebenen Neubauwindpark umfahren, nachdem ein anderes Boot und wir freundlich von einem Wachboot des Windparks abgefangen wurden.
Nach dem kleinen Umweg ging es wieder auf Kurs Bornholm. Auf Höhe von Bornholm bekamen wir dann Besuch von einem Aufklärungsflugzeug der dänischen Marine. Sie flogen eine Schleife um uns waren dann auch schon wieder weg. Es ging weiter Richtung Gotland. Hier mussten wir die Entscheidung treffen, Gotland östlich oder westlich zu passieren. Die Windvorhersage kündigte eine leichte Flaute nördlich von Gotland an. Wir hatten den Plan östlich zu passieren und hoffentlich den Anderen gegenüber, wenn sie die Flaute abbekommen, einige Meilen gut zu machen. Am Folgetag könnten wir sehen, dass unser Plan aufgegangen ist. Wir konnten wieder bei den großen und schnelleren Schiffen unserer Startgruppe mitspielen und hatten auch einige Trimarane hinter uns.
Auf dem weiteren Kurs in Richtung Åland-Inseln, passierten uns zwei Kampfjets im Tiefflug auf Höhe von Gotland. Zur Abwechslung des Wellenrauschens mal etwas Turbinendröhnen.

Nach passieren der Åland-Inseln war unser nächster Zielpunkt zwischen Umeå (Schweden) und Vaasa (Finnland), also nur noch ca. 150 nm als Tagesziel.

Und schon war die letzte Etappe in Sicht. Auf nach Töre! Wo die nördlichste Tonne der Ostsee liegt. Dort erwartete uns etwas weniger Wind und eine kleine navigatorische Aufgabe. Eine Abkürzung durch die Schären sorgte nochmals dafür, dass wir einige Schiffe abhängen konnten. Nach dem die engsten und flachsten Stellen passiert waren, ging es Vorwind mit Spi auf die Ziellinie zur Tonne.

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In 6 Tagen, 4 Stunden und 11 Minuten konnten wir die Tonne passieren. Nach dem obligatorischen Anlegen an der Tonne mit dem Crew-Foto ging es erst einmal ins Päckchen zu den anderen Teilnehmern.

Obwohl wir ca. 70km vom Polarkreis entfernt waren, hatten wir mit sonnigem Wetter eine Wassertemperatur von knapp über 20°C, wir zögerten nicht lang und gingen erst mal eine Runde schwimmen.

Leider wurden die Boote nicht gegeneinander verrechnet. Da um uns rum nur größere und schnellere Schiffe waren, haben wir exemplarisch einige mit deren Yardstikwert uns gegenüber eingeordnet. Wir waren nach berechneter Zeit vor denen!

Neben den traumhaften Segelbedingungen waren die Sonnenuntergänge und kurz darauf folgenden Sonnenaufgänge am beeindruckendsten. Es gab eine tolle Dämmerung mit rotem Himmel. Da wir zu dritt unterwegs waren, waren eigentlich 4 Stundenwachen geplant.Iin der Praxis hat der gesteuert, der Lust hatte und nachts haben wir festgelegt, wer geweckt wird, wenn einer nicht mehr konnte. Das hat ausgesprochen gut geklappt.

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Die Regatta findet 2023 wieder statt. Infos unter: www.midsummersail.com

Weitere Bilder findet ihr hier.

Mirco, Jörg und Jan

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